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Vortrag Dr. Gerd Erdmann, Geschäftsführer HKM
8.9.2023

Zum ersten Mal treffen sich die Damen des IWC Wuppertal im Restaurant Karpathen. Alle freuen sich, da das Meeting gut besucht ist und nun auch wieder Freundinnen am Meeting teilnehmen, die wegen Corona lange fern geblieben sind.

Dr. Gerd Erdmann gibt uns spannende Einblicke in die Welt der Stahlherstellung. Stahl ist aus unserem Leben nicht wegzudenken. Dabei ist Stahl nicht nur für unsere Gebrauchsgegenstände wichtig, sondern er ist auch Grundlage bzw. Rohstoff für viele Industriezweige Deutschlands. Wird die Stahlerzeugung teuer, werden das auch die daraus hergestellten Produkte.

Deutschland ist zwar der größte Stahlerzeuger Europas und liegt weltweit an Platz 8, im Vergleich zu China, das 30 mal mehr Stahl produziert, ist die Bedeutung der deutschen Stahlherstellung weltweit jedoch gering. Hohe Personalkosten, explodierende Energiekosten und zunehmende Umweltauflagen lassen die Stahlproduktion in Deutschland zunehmend unattraktiver werden.

Auf dem Spiel stehen in Deutschland tausende von Arbeitsplätzen.

Ohne deutsche Stahlindustrie müssten Stähle von der verarbeitenden Industrie z.B. in Indien oder China bestellt werden, was wie zuletzt in Pandemie- und Kriegszeiten gesehen, Lieferprobleme nach sich ziehen könnte.

Auch die grüne Stahlherstellung, bei der die Eisenoxide direkt mit Wasserstoff reduziert werden und als Abgas nicht CO2, sondern Wasser entsteht, stellt nicht die Lösung des Umweltproblems dar. Ganz NRW müsste zur Herstellung des benötigten Wasserstoffs mit Windrädern zugepflastert werden, um ausreichend Energie für die Herstellung von Wasserstoff bereitzustellen.

Unsere Präsidentin, Dr. Bettina Möller-Heilmann, überreicht, zum Dank für diesen interessanten Vortrag, ein Geschenk vom Club.

Besuch des Stahlwerkes HKM am 26.8.22

Um 14.00 Uhr trifft sich die fröhliche Frauengruppe, verstärkt durch interessierte Ehemänner, am Bayer Sportpark um zum Stahlwerk HKM nach Duisburg zu fahren. Geführt werden wir  von Dr. Gerd Erdmann, dem kaufmännischen Geschäftsführer von HKM.

Sowohl Bettina als auch Herr Dr. Erdmann tragen schon die feuerabweisende Schutzkleidung.

Im Stahlwerk angekommen, erhalten wir zunächst eine Einführung in das Thema Stahlherstellung. Das übernimmt, zum Teil zumindest, DIE MAUS. Diese Sachgeschichte wurde sogar im HKM-Werk gedreht.

Stahl begegnet uns überall im Alltag. Wir brauchen uns nur in der Küche umzuschauen: Töpfe, Besteck, der Kühlschrank usw.. Wie aus Eisenerz letztendlich Stahl entsteht, erklärt der Film. Im Werk können wir anschließen die einzelnen Schritte nachvollziehen.

Damit wir uns nicht mit knurrenden Mägen durchs Werk bewegen müssen, werden wir durch ein reichhaltiges Büffet versorgt. Dann werden auch wir eingekleidet: Jeder muss einen der farbenfrohen Kittel tragen, einen Helm auf- und Handschuhe anziehen.

Mit dem Bus werden wir über das weitläufige Gelände transportiert.

An der ersten Station fahren wir mit einem Aufzug auf eine Aussichtsplattform, von der wir uns eine Übersicht über das Fabrikgeländer verschaffen können. Einige von uns müssen ihre Angst vor großer Höhe überwinden. Die Treppen aus Gitterrosten erleichtern das nicht.

Wir sehen wie die Eiseneroxide und Graphit mit Schiffen in das Werk transportiert werden. Ohne die Schifffahrt wäre es nicht möglich, die riesigen Massen in die Fabrik zu transportieren. Der momentan niedrige Wasserstand des Rheins ist folglich für HKM ein Problem, da Schiffe nur zu 1/5 der sonst üblichen Menge beladen werden dürfen.

Wir erkennen von unserem Aussichtspunkt das Kraftwerk des Unternehmens, die Hochöfen, die Kokerei sowie das eigentliche Stahlwerk, wo aus dem in den Hochöfen geschmolzenen Eisen die Stahlrohre und -platten erzeugt werden.

Was aber passiert genau im Hochofen? Einfach ausgedrückt, wird dem Eisenoxid, einer Verbindung aus Eisen und Sauerstoff, die wir oft als Rost bezeichnen, der Sauerstoff entzogen.  Nimmt ein Stoff Sauerstoff auf, spricht man von Oxidation. Wird einem Stoff Sauerstoff entzogen, nennt man das Reduktion. Hier findet also eine Reduktion statt, weil Eisen seinen Sauerstoff abgeben muss. Freiwillig gibt Eisen allerdings den Sauerstoff nicht her. Daher handelt es sich um eine sehr energieaufwändige Prozedur, bei der große Hitze benötigt wird.Neben dem Eisenoxid wird der Hochofen mit Koks, der in der werkseigenen Kokerei aus Kohle hergestellt wird, beschickt. Koks hat nicht nur die Eigenschaft, dass es heißere Temperaturen erzeugt als Kohle, der Kohlenstoff des Koks nimmt auch den Sauerstoff aus dem Eisenoxid auf. Dabei entsteht das klimawirksame Kohlenstoffdioxid in großen Mengen.Man erkennt die beiden großen Probleme der Stahlerzeugung: Sie ist energieintensiv und es entsteht viel Kohlenstoffdioxid. Beides lässt sich nicht ändern.

In der Stahlfabrik werden bis zu 1500 verschiedene Stahl-Legierungen hergestellt. Dabei handelt es sich um Gemische aus Eisen, Kohlenstoff und verschiedenen anderen Metallen, die  zu unterschiedlichen Eigenschaften führen.

In einen Konverter, der glühendes Roheisen enthält, wird Schrott zugegeben, der auf diese Art und Weise recycelt wird. Das Zischen und Spritzen des flüssigen Eisens wird noch spektakulärer, als mit eine Lanze Sauerstoff in das Gefäß geblasen wird. Dabei wird der Kohlenstoffgehalt weiter reduziert, weil der im Roheisen verbliebene Kohlenstoff mit dem Sauerstoff reagiert.

Später werden in einer anderen Anlage die frisch gegossenen Rundstäbe geschnitten und abtransportiert. Sie sind schon etwas abgekühlt, aber es ist hier immer noch sehr heiß, obwohl wir mehrere Meter entfernt stehen.

Wir bedanken uns bei Herrn Schmucker und bei Herrn Dr. Erdmann für die interessanten Einsichten, die wir an diesem Tag über die Stahlerzeugung gewinnen konnten.

Die Stahlindustrie ist zwar energieintensiv und führt zu hohem Kohlenstoffdioxidausstoß, aber sie stellt auch eine Schlüsselindustrie dar. Wie die Corona-Krise und der Ukrainekrieg gezeigt haben, ist es wichtig, Schlüsselindustrien in Deutschland zu halten. Steigende Strom- und Energiekosten gefährden diese Branchen jedoch.

Wir werden in Zukunft mit großem Interesse und mehr Verständnis verfolgen, wie sich die zur Zeit stattfinden gravierenden Änderungen auf dem Energiesektor auf die deutsche Stahlindustrie auswirken.

Sehr gespannt sind wir nun auf den Vortrag von Herrn Dr. Erdmann am 8.9.22, 19:00 Uhr, im Restaurant Karpathen, mit dem Thema: Stahl ist Zukunft! Wirklich?

Fotos: Bettina Möller-Heilmann, Ines Pröve-Hesse und Kirsten Jehmlich

Text: Kirsten Jehmlich

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